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Betreutes Denken: Macht KI uns faul?
Pink Floyd hatte recht - wir stehen in Flammen.
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Hello Smart Chiefs,
wird mein Gehirn bald schrumpelig wie eine alte Rosine? Die Frage wurmt mich. 🧠
Denn während KI immer mächtiger wird und mir blitzschnell Antworten liefert, besteht die reale Gefahr, dass ich selbst das Denken einstelle. Vom Kochrezept bis zum LinkedIn-Post - AI ist einfach in allem schneller. Und ich als Mensch: ziemlich bequem.
Deshalb wird es Zeit aufzuwachen. Und der Moment, an dem ich genau das tat, war tatsächlich um 6.30 Uhr - am anderen Ende der Welt. Es war der Moment, als die KI mich dazu brachte, ihre eigene Existenz und meine Relevanz zu hinterfragen.
Januar 2025: Ich sitze allein in meinem Lieblingscafé „Analog“. Die Straßen sind noch leer, die Sonne schon warm. Im Hintergrund versetzt mich die Schallplattenmusik zurück in die 70er. In diesem Moment fällt mein Blick auf ein Bild an der Wand: Es zeigt zwei Männer, die sich die Hand reichen. Einer von ihnen steht in Flammen. Es hat etwas von Mafia und Pablo Escobar. Ich will wissen, von wem es ist.

Ich mache, was viele inzwischen machen: Ich zücke mein Handy, schieße ein Foto und lade es in ChatGPT hoch. Die Antwort kommt schneller als mein Kaffee:
„Das Bild zeigt das Cover des Pink-Floyd-Albums ‚Wish You Were Here‘ von 1975. Es symbolisiert Entfremdung und den Verlust von Authentizität.“
Treffer. Denn irgendwie wirkt das Bild heute aktueller denn je.
Während ich die Antwort lese, merke ich: Diese zwei Männer, der eine brennend, der andere hilflos daneben – das sind wir. Nur dass das Feuer heute digital ist.
Neugierig frage ich weiter: „Kannst du das Symbol im Kontext der heutigen Zeit interpretieren? Welches Risiko bringt KI im Vergleich zu diesem Bild?“
Auch diese Antwort folgt prompt: „Der brennende Mann steht für den Verlust der Authentizität. KI kann unsere Kreativität erweitern, aber auch übernehmen. Der Handschlag symbolisiert eine unbewusste Abhängigkeit: Wir geben uns der Technologie hin, ohne die Risiken zu verstehen.“
Und plötzlich ist da dieses mulmige Gefühl: Eine KI, die mir ihren eigenen Beipackzettel vorliest. Eine Anleitung für Risiken und Nebenwirkungen. Ich verkneife mir den “Denke wie Richard D. Precht”-Prompt und schalte wieder meinen eigenen Kopf ein. Denn genau das müssen wir jetzt mehr denn je tun:
Denken. Hinterfragen. Reflektieren.
Kennst du die Versuchung, alles zu glauben?
Ich liebe KI. Aber ich weigere mich, mich von ihr steuern zu lassen. Denn let’s face it: KI macht uns faul. Selbst beim Pink-Floyd-Cover schaltete ich nicht zuerst mein Hirn ein, sondern gleich ChatGPT. Eine Studie von Microsoft & Carnegie Mellon bestätigt meine Sorge: Je mehr wir uns auf KI verlassen, desto weniger hinterfragen wir.
Kommunikationswissenschaftler Michael Meyen von der LMU spricht sogar von „betreutem Denken“ (bald zu Gast bei mir auf YouTube!) Seine Warnung: „Wir vertrauen nicht mehr auf unser eigenes Urteilsvermögen – wir lagern es an KI aus.“
Doch während Wissen jahrhundertelang Macht war, erzeugt es KI jetzt in Sekunden. Das heißt: Wir müssen nicht mehr lange nach Antworten suchen – wir müssen besser darin werden, die richtigen Fragen zu stellen.
Deshalb habe ich drei mentale Frameworks entwickelt, um mit KI zu arbeiten – und dabei Mensch zu bleiben.
🔥 1. Der Sokratische Dialog:
Nichts ist so mächtig wie eine gute Frage. Ich stelle Claude, ChatGPT & Co. Fragen wie: „Was wäre, wenn das Gegenteil wahr wäre?“ – und fordere so die Antworten heraus.
🔥 2. Das Aristoteles-Prinzip:
Verstehen bedeutet, beide Seiten eines Arguments zu kennen. Also lasse ich KI mit sich selbst streiten. Denn die Schönheit liegt in der Dialektik: Aus dem Wechsel der Perspektiven entstehen oft Erkenntnisse, auf die ich allein nie gekommen wäre.
🔥 3. Die Stoische Regel des „Emotional Reasoning“:
Nur weil sich etwas richtig anfühlt, heißt das nicht, dass es auch richtig ist. Mein Schutz dagegen? Intellektuelle Demut. Zu akzeptieren, dass ich falschliegen könnte, ist kein Zeichen von Schwäche, sondern von Stärke.
Am Ende des Tages sehe ich es so: KI sollte ein Werkzeug bleiben – und nicht unser Verstand ersetzen. Solange wir neugierig bleiben, weiterfragen und unsere Menschlichkeit nicht an Algorithmen auslagern, kann KI uns unglaublich bereichern.
In diesem Sinne, work smart, not hard.
Und schickt mir menschliche Liebes-(oder Kritik)-Emails, damit ich weiß, dass hier keine Bots lesen 😉
Eure, Laura
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