Willkommen an die 110 neuen Smart Chiefs, die diesen Newsletter neuerdings lesen. Viel SpaĂ!
Hello Smart Chiefs,
eigentlich klingt es wie Real-Satire: Da reisen zwanzig der hungrigsten CEOs und FĂźhrungskräfte des Landes an den Wilden Kaiser, um die Speerspitze der KĂźnstlichen Intelligenz zu entschlĂźsseln â und das Erste, was wir tun, ist: die Laptops zuklappen. Keine Prompts. Keine autonomen Agenten. Stattdessen: radikale Stille.
Noch vor 2 Wochen saĂen wir beim vierten Smart Chiefs Retreat im Stanglwirt, bereit fĂźr den ultimativen technologischen Vorsprung, und haben erst mal gemerkt, wie laut das Chaos in unseren eigenen KĂśpfen eigentlich ist.
Wir waren das Spiegelbild moderner Belastung: vom Hypergrowth-CEO bis zur Unternehmerin mit krassem Mental Load. Zu Beginn trugen alle ihre Rollen noch wie einen Schutzpanzer. Doch manchmal braucht es nicht mehr als 72 Stunden mit den richtigen Menschen, um genau diesen abzulegen.
Heute im Smart Chiefs Newsletter:
Warum KI-Transformation nicht mit Technologie anfängt. Sondern mit der eigenen Klarheit. + Konkrete How Toâs fĂźr deine Praxis!
Die Top 5 Links der Woche
Ein Tool-Tip, mit dem du Geld, Zeit und Nerven sparst (in der Buchhaltung).
Gerne am Ende bewerten, wie dir die Ausgabe heute gefallen hat â¤ď¸

Smart Chiefs im ZEN / Credits: Wouter Oudemans
Unser KI-Retreat fing nicht bei Technologie an. Und das hatte einen Grund:
Zu Beginn des Jahres hatte ich selbst das GefĂźhl, dass ich Antworten suche â im Business wie im Privaten â die sich nicht einfach mit Coaching XY abspeiĂen lieĂen. Damals griff ich zum HĂśrer und rief Boris Bolz an.
Boris war mal CEO von Red Bull Deutschland und in der GeschäftsfĂźhrung von RTL. Er weiĂ, wie sich der absolute Hochdruckbetrieb anfĂźhlt. Der Grund, warum ich ihn am Ende der Leitung sprechen wollte, war das aber nicht.
Boris ist seit Ăźber 15 Jahren Zen-MĂśnch. Und er weiĂ, dass die wirklich relevanten Fragen ergrĂźndet werden, indem wir weniger statt mehr reden.
Auf seinem eigenen Retreat dieses Jahr im März, habe ich das erste Mal am eigenen Leib gemerkt, wie dadurch eine Transformation in Gang gekommen ist, die ich niemals fĂźr mĂśglich gehalten hätte. Boris hat mich damals schon vorgewarnt, dass es âunbequemâ werden kĂśnnte. Was er meinte war: Radikales Wachsen. Das kann weh tun (und tat es auch), aber es ist befreiend. (Ich empfehle sein âPower of Silenceâ-Retreat Ăźbrigens von Herzen - der nächste Termin ist im Oktober.)
Doch zurĂźck zur Frage, was meine groĂen Fragen mit dir als Mensch zu tun haben, der gerade diesen Newsletter liest?
Und was hatte es mit all den Top-Fßhrungskräften am Stanglwirt zu tun?
DafĂźr lohnt sich ein Blick in deinen Kalender und eine ehrlich Reflektion: Was von diesem ganzen Highspeed-KI-Wahnsinn ist eigentlich noch echte âFĂźhrungâ? Meetings vorbereiten? Status-Updates einholen? Abstimmen, koordinieren, zusammenfassen?
Wenn es dir geht wie mir, merkst du: Wir sind jede Sekunde beschäftigt â das steht fest. Aber sind wir wirklich am Gestalten?
Fakt ist: Sogenannte âagentischeâ KI-Systeme Ăźbernehmen im Eiltempo genau das, was wir bisher unter Management verstanden haben:
Koordinieren, Analysieren, Vorstrukturieren und autonomes Exekutieren. Das Werkzeug wartet nicht mehr brav auf Befehle â es handelt eigenständig.
Die Krux an der Sache: Bislang fĂźllte uns das Tagesgeschäft so sehr aus, dass wir der Frage nach unserer eigenen Relevanz elegant ausweichen konnten. Es ist psychologisch nun mal viel bequemer, sich im vertrauten Handwerk zu bewegen als im Ungewissen. Wir konnten uns hinter Beschäftigung verschanzen. Doch dieses Versteck fällt gerade weg â und zwar strukturell.
Und daraus resultiert die Frage: Wenn KI das jetzt alles besser kann. WofĂźr braucht es uns FĂźhrungskräfte in Zukunft noch â wirklich?
Ein Teilnehmer brachte es nach dem Auftakt-Workshop mit Boris auf den Punkt: âDas hat fĂźr uns die KI-Geschwindigkeit erst in echte unternehmerische FĂźhrung Ăźbersetzt. Es trennt die Spreu vom Weizen und bringt uns wieder in die Wirkung.â
Die Technologie nimmt uns nicht das Denken ab. Sie entlarvt vielmehr, wo wir es schon längst nicht mehr getan haben.
Boris hat mir in unserer Zusammenarbeit frĂźh ein sprachliches Detail gezeigt, das ich seitdem nicht mehr vergesse: Das Wort Management bedeutet auf Deutsch schlicht Verwaltung. Einer mit MBA ist begrifflich wie faktisch ein Meister, der diese Verwaltung perfektioniert hat. Doch echtes Leadership kommt darin nicht vor. Erwartet wurde in der Wirtschaft eben lange Zeit Effizienz, nicht Bedeutung.
Wenn nun die Verwaltung komplett automatisiert wird, fällt die FluchtmÜglichkeit weg. Die Frage stellt sich neu. Diesmal ohne Ausweichroute.
Von der zweiten zur ersten HĂźlle
Viele Jahre lang habe ich geglaubt, dass das, was nach der Automatisierung bleibt, aus Dingen wie Empathie, Zeitgeist und schneller Entscheidungsstärke besteht. Das stimmt auch â aber Boris hat mir gezeigt, dass das nur die zweite HĂźlle ist.
Die erste HĂźlle liegt tiefer. Es geht um dein eigentliches Anliegen. Um deinen Kern. Haben wir als Person und als Unternehmen Ăźberhaupt noch die Klarheit darĂźber, worum es uns wirklich geht? Und zwar bevor wir an einer Strategie arbeiten, bevor wir einen Prompt eingeben, bevor wir ein Team fĂźhren.
Wenn wir von Effizienz reden, meinen wir Zeit. Wenn wir von FĂźhrung reden, mĂźssten wir von Substanz reden. Die drei Prozent, die nach der Automatisierung fĂźr uns Ăźbrig bleiben, sind vielleicht nur drei Prozent der Zeit â aber sie sind einhundert Prozent der Qualität. Das ist kein kleiner Unterschied, sondern ein fundamentaler.

Boris Bolz und ich, Credits: Wouter Oudemans
Greifbar wird das an einem Beispiel aus Boris' Corporate-Vergangenheit. Bei Super RTL stellte sich einst die Frage: Was sind wir eigentlich? Betreiben wir Sendemasten? Kaufen wir Rechte ein? Oder unterhalten wir Kinder? Drei scheinbar ähnliche Antworten â aber mit vollkommen unterschiedlichen Konsequenzen. Im ersten Bild ist ein Trampolinpark unvorstellbar. Im dritten Bild ist er eine logische Erweiterung. Super RTL verstand den Kern und baute später genau das auf.
Das ist der Unterschied zwischen Kodak und Fuji. Beide sahen dieselbe digitale Welle kommen. Kodak glaubte, sie seien im Filmgeschäft. Fuji verstand sich im Kern als chemischer Hersteller, transformierte sein Wissen und Ăźberlebte. Das ist keine reine Tech-Story. Das ist eine FĂźhrungsfrage. Und sie wird durch KI nicht kleiner â sondern verdammt dringlich.
Die Arbeit liegt innen
Gute Gestaltung setzt also eine starke Verbindung nach innen voraus. Warum brennen gerade so viele CEOs aus? Weil sie versuchen, existenzielle Fragen im AuĂen Ăźber KPIs und Profitmetriken zu lĂśsen. Dabei kommen Teams heute mit Fragen, die Haltung und Sinn verlangen. Die eigentliche FĂźhrungsaufgabe ist zu 90 Prozent Innenarbeit. Das war schon immer so, aber das Verwalten hat es jahrzehntelang bequem Ăźberdeckt.
Der Weg dahin ist weniger glamourĂśs, als uns die LinkedIn-Blase weismachen will. Er erfordert schlicht den Mut zur Unbequemlichkeit:
Das befreite Schreiben: Fßnfzehn Minuten ohne Pause oder Korrektur runterschreiben. Ein Ventil fßr alles, was unter der Oberfläche brodelt. Man gibt dem Gedankenkarussell einen Stift.
Meditation als Verteidigungslinie: Kein spiritueller Trend, sondern die harte Verteidigungslinie gegen die digitale DauerverfĂźgbarkeit.
Menschliche Resonanz: Eine KI spiegelt nur deinen Status quo. Echte DurchbrĂźche brauchen das ehrliche Echo von Menschen, die bereit sind, wirklich hinzuhĂśren.
Gärtner statt Schraubenzieher
Boris beschreibt FĂźhrung gern als Gartenpflege. Ein Gärtner erzwingt nicht, dass eine Pflanze wächst. Das tut sie von ganz allein. Seine Aufgabe ist es, den Boden zu bereiten, den Rahmen zu geben und das richtige Licht einzukalkulieren. Das ist Intention. Und genau diese Intention ist der eigentliche Geist eines Unternehmens â der lange vor dem ersten Meeting wirkt.
Die FĂźhrungskraft von morgen ist damit kein besserer Verwalter. Sie ist jemand, der weiĂ, wer sie ist â und der genau deshalb weiĂ, wohin sie will.
Work smart, not hard. Deine Laura
PS: Du hast in dem Text gemerkt, dass es wieder Updates gibt, von denen auch ich noch nichts weiĂ? Schreib mir eine E-Mail. Und: Teile diesen Newsletter mit anderen Smart Chiefs. Noch immer made by humans â¤ď¸
Anzeige/ Als Selbstständige habe ich immer gedacht, Buchhaltung ist:
Lästige Pflicht, Stundenfresser - und das Problem meiner Steuerberaterin. Was sie in 2026 sein kann: Automatisiert per KI, in Echtzeit im Blick. Erledigt, bevor du daran denkst. Sage Active macht genau das. Erfahre, wie du als kleines Unternehmen Buchhaltung, Lohn und HR in einer LĂśsung vereinen kannst. Erstelle Angebote, verschicke Rechnungen, behalte deine Zahlen und LĂśhne im Blick â smart, online und GoBD-konform. Mehr Infos hier.
đ Smart Links
đ Schluss mit nettem KI-Feedback, das dich nicht weiterbringt: Der virale âGrill Meâ-Skill nimmt deine [Ideen / CVs / Projekte] gnadenlos auseinander. Finde in Sekunden deine blinden Flecken und erfahre, wie du sie reparierst, bevor es andere tun.
𤊠Vergiss klassische Entwickler-Rollen: Der Kopf hinter Claude Code prognostiziert 5 neue Job-Archetypen, die heutige Tech-Berufe komplett ersetzen werden.
đ¤ Deine KI-Kosten drohen zu explodieren? Lerne vom Coinbase-CEO, wie man astronomischen Token-Verbrauch meistert, ohne einen Cent mehr zu bezahlen.
đ¤łđź Zeitreise per Mausklick: KI erschafft ein vĂśllig neues Content-Genre und schickt moderne Vlogger zurĂźck ins Jahr 1536.
Vibe Check: Wie hat dir der heutige Newsletter gefallen?

*Dieser Newsletter enthält Affiliate Links. Wenn Du auf diese Links klickst und einen Kauf tätigst, erhalte ich eine Provision. FĂźr Dich entstehen dabei keine zusätzlichen Kosten. Meine Partner wähle ich mit groĂer Sorgfalt aus.
Wurde diese E-Mail an dich weitergeleitet? Sign up here.
Hast du eine Idee oder Frage an mich? [email protected].
1Â Â

