Frisst uns die KI-Effizienz auf?

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Willkommen an die 83 neuen Smart Chiefs, die diesen Newsletter neuerdings lesen. Viel Spaß!

Hello Smart Chiefs,

die Ereignisse im Bereich der KI-Agenten überschlagen sich derzeit so rasant, dass man fast glauben könnte, wir Menschen sind ab morgen nur noch Zuschauer. 😅

Spoiler: Das Gegenteil ist der Fall. (Geduld bitte bis zum Ende des Textes ;)!)

Einer der wichtigsten Personal-Coups des Jahres ist gerade so nebenbei passiert: OpenAI hat sich den Österreicher Peter Steinberger geholt. Sein Tool „OpenClaw“ ist digitale Folklore: In nur einer Stunde programmiert, wurde es binnen Monaten zum am schnellsten wachsenden Open-Source-Projekt aller Zeiten (und kontrovers diskutiert - vom Alleskönner bis zum Superscammer). Warum das wichtig ist? Sam Altman wettet darauf, dass die Zukunft nicht aus Chatbots besteht, denen wir Fragen tippen, sondern aus Agenten, die für uns handeln. Steinberger ist nun der Architekt dieser Roadmap.

Wie hoch die Einsätze mittlerweile für die “schöne, neue Welt” sind, zeigt ein Blick auf den Domain-Markt: Für 70 Millionen Dollar sicherte sich ein Unternehmer die Adresse ai.com. Selbst ein Gegenangebot über eine halbe Milliarde Dollar lehnte er kurz darauf ab. Sein Ziel ist radikal: Er will den ersten echten „Personal Butler“ bauen und setzt alles auf "AGI”.

Parallel dazu liefert das Startup Exa mit „Exa Instant“ die Infrastruktur für dieses neue Zeitalter. Die neue Suchmaschine liefert Ergebnisse in unter 200 Millisekunden – schneller als Google und optimiert für Maschinen, nicht für Menschen. Wenn ein Forschungs-Agent 50 Suchanfragen verkettet, spart dieser Millisekunden-Rausch am Ende entscheidende Zeit. Wir bauen gerade eine Welt, die nicht mehr auf uns wartet.

Heute im Smart Chiefs Newsletter: 

  • Die Krux der heutigen Ausgabe: Obwohl all das passiert, werden wir gerade alles andere als überflüssig. Lest selbst.

  • Die Top Links der Woche

  • Und wie immer eine kurze Umfrage, wie euch der Newsletter heute gefallen wird. Merci.

Das Paradox der Effizienz: Warum die Arbeit nicht weniger wird

Doch wer glaubt, dass wir durch diese digitalen Heinzelmännchen bald alle um 14 Uhr im Feierabend sitzen, unterliegt einem klassischen Trugschluss. Neue Forschungsergebnisse zeichnen ein ernüchterndes Bild: KI reduziert die Arbeitslast nicht – sie intensiviert sie. Das Paradox: Die KI nimmt uns zwar Handgriffe ab, aber wir arbeiten am Ende nicht weniger, sondern nur noch verbissener.

Forscher nennen es den „Workload Creep“ – ein schleichendes Gift für den Arbeitsalltag. Das passiert über drei Mechanismen:

  • Die große Aufgaben-Inflation: Weil die KI die Hürde für Fachfremdes senkt, machen plötzlich alle alles. Designer schreiben Code, Manager basteln an komplexen Datenbanken. Das fühlt sich kurz nach Superkräften an, führt aber dazu, dass wir Aufgaben „schlucken“, für die wir früher Verstärkung geholt hätten. Die Jobprofile blähen sich auf, bis die individuelle Kapazität reißt.

  • Das Ende der echten Pause: Ein schneller Prompt in der Mittagspause oder eine kurze Recherche-Kette vor dem Einschlafen – weil sich das „Chatten“ mit der KI so spielerisch anfühlt, fressen wir unsere eigenen Erholungsphasen auf. Die Arbeit wird „ambient“: Da der Einstieg so leicht ist, ist sie einfach immer und überall präsent.

  • Multitasking auf Speed: Wir lassen drei KI-Agenten im Hintergrund laufen, während wir selbst am nächsten Dokument schreiben. Dieses permanente Jonglieren fühlt sich zwar nach Highspeed an, schraubt den kognitiven Stresspegel aber massiv hoch. Das Ergebnis: Wir sind produktiver, aber fertiger denn je.

IBMs Wette gegen das Vakuum

Wenn die technische Ausführung durch KI zur billigen Massenware wird, stellt sich eine existenzielle Frage: Wer steuert in fünf Jahren das Unternehmen, wenn heute niemand mehr das Handwerk von der Pike auf lernt?

Genau hier setzt das Computerunternehmen IBM 2026 den radikalsten Kontrapunkt zur Automatisierungseuphorie. Wie TechCrunch unter Berufung auf Bloomberg berichtet, plant der Konzern, seine Nachwuchs-Einstellungen in den USA zu verdreifachen. „Und ja, es geht genau um jene Jobs, von denen man uns erzählt, dass die KI sie erledigen kann“, stellt IBM-Personalchefin Nickle LaMoreaux klar.

Der Clou: Die Jobbeschreibungen wurden komplett umgeschrieben. Weg von technischen Hard-Skills wie Programmierung, hin zu „People-forward“-Bereichen wie Empathie und strategischer Kundeninteraktion. IBM will die „Talent-Pipeline“ schützen. Wenn Junioren heute keine Erfahrung mehr sammeln können, weil die KI das Coding übernimmt, fehlen morgen die Senioren, die das Geschäft verstehen.

Das Learning für Smart Chiefs

Was heißt das für dich als Unternehmer? Wahre Produktivität im Agenten-Zeitalter misst sich nicht an der Anzahl der gleichzeitig laufenden Prozesse, sondern an der Qualität der menschlichen Entscheidung.

  1. Skills umschreiben, nicht Stellen streichen: Suche Nachwuchs nicht für das, was die KI automatisiert (Recherche, Code), sondern für das, was bleibt: Die Schnittstelle zum Kunden und die kritische Bewertung der KI-Ergebnisse.

  2. Die Pipeline schützen: Betrachte Junior-Positionen nicht als Kostenfaktor für Output, sondern als Investition in deine künftige Management-Ebene.

  3. Künstliche Verlangsamung: Führe bewusste „Decision Pauses“ ein. Unterbrich den Millisekunden-Rausch der Agenten durch menschliche Reflexion.

Die KI ist ein Partner, der niemals müde wird. Wir hingegen schon. Schütze deine Talente vor der endlosen Verfügbarkeit der Maschine.

Work smart, not hard.
Deine Laura

PS: Du hast in dem Text gemerkt, dass es wieder Updates gibt, von denen auch ich noch nichts weiß? Schreib mir eine E-Mail. Und: Teile diesen Newsletter mit anderen Smart Chiefs. Noch immer made by humans ❤️

🚀 Smart Links

🤖  Lemon: Dein neuer Voice-Agent, der dir täglich Stunden sparen soll. Schreibe und recherchiere in jedem beliebigen Tab – ganz ohne Tastatur. Mit Lemon kann deine Stimme zum Werkzeug werden: E-Mails verfassen, Live-Feedback erhalten und Aufgaben in Sekunden erledigen.

📘  Während Chirurgen an Modellen üben, werden politische Reformen oft direkt am „lebenden Objekt“ Gesellschaft getestet. Das Startup Simile will das ändern und simuliert mit KI-Agenten, wie Millionen Menschen auf neue Gesetze reagieren. Ein 100-Millionen-Dollar-Projekt gegen das Risiko politischer Fehlentscheidungen.

 🧠  OpenClaw: Tausende Agenten chatten hier völlig autonom, vergleichbar mit Reddit für KI-Bots. Dieser X-User hat den Blick in eine Zukunft gewagt, in der wir Menschen zu Außenseitern in unseren eigenen Netzwerken werden.

🎬  Seedance 2.0 feiert den „Nano Banana Pro“-Moment für Video. Gen AI erreicht das nächste Level. Während die Grenze zur Realität verschwimmt, steigt aber auch der Anspruch. Überzeugt euch selbst, was die Evolution von KI für Video im Jahr 2026 in der Praxis bedeutet.

🗞 Was braucht es, damit eine datengetriebene Geschichte den Sprung in die Süddeutsche Zeitung schafft – und was eher nicht?

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Daten allein machen noch keine Story. Aber wann wird aus einem Datensatz eine Geschichte, die wirklich relevant für eine große Redaktion wie die Süddeutsche Zeitung ist?

Am 24.02.2026 um 11 Uhr spricht die PR-Agentur GetPress in ihrer kostenlosen Webinar-Reihe „Ask a Journalist“ mit Marie-Louise Timcke, programmierende Journalistin und Ressortleiterin über Datenjournalismus bei der SZ.

Freut euch auf Einblicke, wie Datenrecherchen in der SZ gedacht, geprüft und erzählt werden – und nach welchen Kriterien entschieden wird, ob über ein Datenthema berichtet wird.

Moderiert wird die Session von Tina O’Meara, Head of PR Operations & AI Lead bei getpress. Beantworten werden die am häufigsten eingereichten Fragen – und schließen mit einem offenen Live-Q&A ab.

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